Zahl der Kandidaten im ersten juristischen Staatsexamen

In den letzten Jahren ist die Zahl der Kandidaten von etwa 12.000 auf gut 14.600 gestiegen, d.h. um etwa 22 %. Zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es allerdings beträchtliche Unterschiede. Während sich die Zahl in Thüringen etwa halbiert hat , in Mecklenburg-Vorpommern ein Drittel und im Saarland ein Viertel weniger Kandidaten angetreten sind gab es in Hessen eine Verdoppelung und in Sachsen-Anhalt sogar eine Steigerung von 110 %.

In absoluten Zahlen gibt es die meisten Examenskandidaten in Nordrhein-Westfalen (über 3.500,), in Bayern (2.800) sowie in Baden-Württemberg (2.000). Diese drei Bundesländer stellen mehr als die Hälfte aller Kandidaten. Die geringsten Zahlen weisen Mecklenburg-Vorpommern (110), Thüringen (120) sowie Bremen (170) auf.

Prädikatsergebnisse

Etwa 17 % der Kandidaten erreichen ein Prädikatsergebnis. Diese Zahl ist in den letzten 5 Jahren konstant geblieben und schwankt nur sehr geringfügig. Jedes Jahr schaffen etwa 20 Personen das Traumergebnis „sehr gut“, knapp 400 ein „gut“ und ungefähr 2.000 ein „voll befriedigend“.

Auch bei den Prädikatsergebnissen gibt es wieder große regionale Unterschiede. In Hamburg (24 %), Berlin (23 %) und Sachsen-Anhalt (22 %) gibt es die besten Kandidaten (oder die freundlichsten Prüfer). In Brandenburg (8 %), Mecklenburg-Vorpommern (10 %) und Sachsen (12 %) gibt es die wenigsten Prädikatsergebnisse.

Der „Aufsteiger“ in den vergangenen fünf Jahren war Sachsen-Anhalt, hier verbesserte sich die Prädikatsquote von 14 % auf 22 %. Gegenläufig war der Trend in Thüringen, die Quote verschlechterte sich dort von 21 % auf 11 %.

Erstes Staatsexamen nicht bestanden

Bundesweit fallen derzeit etwa 4.000 Kandidaten durch das erste Staatsexamen, das sind ungefähr 28 %. Diese Quote hat sich in den letzten Jahren geringfügig verbessert, in der Spitze lag sie 2015 bei gut 30 %.

Nirgendwo im Bundesgebiet lag die Durchfallquote unter 20 % (Hamburg), danach folgen das Saarland und Sachsen-Anhalt mit jeweils 24 % Durchfallquoten. Überdurchschnittlich viele Kandidaten fallen durch in Sachsen (über 32 %), in Bremen (zwischen 36 5 und 42 %) sowie vor allem in Mecklenburg-Vorpommern (zuletzt über 42 %).

Im Zeitablauf verringert haben sich die Durchfallquoten in Sachsen (von 41 % auf 33 %) und in Sachsen-Anhalt (von 32 % auf 24 %). In Hessen haben sie sich von 19 % auf 32 % verschlechtert.

Zwischen 4 % und 5 % der Examenskandidaten fallen jedes Jahr endgültig durch. Dies trifft vor allem Kandidaten in Mecklenburg-Vorpommern (7 % bis 17 %) und Bremen (7 % bis       10 %) während es Nordrhein-Westfalen und Thüringen weniger sind (jeweils 2 % bis 4 %).

Universitäre Schwerpunktbereichsprüfung

Es fällt auf, dass die Zahl der Kandidaten deutlich unter denen beim ersten juristischen Staatsexamen liegt. 2018 beispielsweise waren es 9.683 gegenüber 14.653. Dies lässt den Schluss zu, dass sich die meisten Studenten erst nach dem ersten Staatsexamen dem universitären Schwerpunkt zuwenden.

Die erzielten Ergebnisse liegen sehr deutlich über denen des ersten Staatsexamens.in den letzten Jahren lag die Prädikatsquote jeweils knapp unter 60 %. Über 5 % der erzielten Ergebnisse war sogar ein „sehr gut“. Ein selbst gewählter Schwerpunkt, der den eigenen Interessen und Fähigkeiten entspricht, lässt sich eben erfolgreicher absolvieren als eine Prüfung mit dem kompletten Stoff der gesamten Studienzeit.

Recht konstant fallen deshalb jährlich nur etwa 4 % der Kandidaten durch die Schwerpunktbereichsprüfung, weniger als ein halbes Prozent davon endgültig. Es fällt auf, dass in Bremen und Sachsen in den vergangen 5 Jahren niemand durchgefallen ist, in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt nur 2 Kandidaten. In Schleswig-Holstein waren es auf der anderen Seite zwischen 11 % und 23 % und auch in Rheinland-Pfalz waren es noch zwischen 7 % und 18 %).

In der Zwischenprüfung durchgefallen

Für die Zwischenprüfung werden leider keine Statistiken auf Bundes- oder Landesebene veröffentlicht. Zumindest haben wir keine gefunden. Nur vereinzelt findet man auf der Homepage eines Fachbereichs einmal Zahlen. Wir können daher keine Aussage zu den Erfolgs- bzw. Durchfallquoten bei der Zwischenprüfung machen. Es gibt allerdings Schätzungen, wonach bei der Zwischenprüfung ungefähr so viele Studenten durchfallen wie im ersten Staatsexamen. Auch wenn es vielleicht weniger sind wird es sich immer noch um eine nennenswerte Zahl handeln.

Falls Du durchgefallen bist oder falls Du Dich nur einfach einmal informieren willst schau Dir auf unserer Homepage das Video „Sofortmaßnahmen“ an oder buche gleich eines unserer kostenpflichtigen Videos.

Du hast ein besonderes Anliegen oder eine Frage?

Du hast ein besonderes Anliegen oder eine Frage?

0